60 Jahre Chordienst

Das Singen hat eine lange und tief verwurzelte Tradition in Wittenberg und unserer Synode, die zum großen Teil von der Johannes Familie geprägt wurde. Doch nicht jeder beginnt seine musikalische Reise in einer musikalischen Familie. Ein lebendiges Beispiel dafür ist Werner, der trotz seiner nicht musikalischen familiären Hintergründe eine beeindruckende Laufbahn im Chorgesang aufweist.

Werner erinnert sich, dass sein musikalisches Engagement unerwartet begann, als seine Familie, die keine musikalische Vergangenheit hatte, plötzlich gefordert war, musikalische Verantwortung zu übernehmen. Sein Vater und Onkel Ludolf, beide damals etwa 11 Jahre alt, mussten in Ermangelung eines Organisten abwechselnd jeden Sonntag im Gottesdienst die Orgel spielen. Diese frühe Verantwortung legte den Grundstein für Werners lebenslange Verbindung zur Musik.

Er begann 1959 im Chor zu singen, also vor 64 Jahren, wobei die Übungsstunden nach dem zweiten Gottesdienst stattfanden. Auf die Frage, wie lange er noch im Chor singen möchte, antwortet Werner scherzhaft, er strebe an, 100 Jahre im Chor zu singen. Wenn er dieses beeindruckende Jubiläum erreicht, plant er, die gesamte Gemeinde zu einem großen Fest einzuladen, um gemeinsam Fleisch zu braten und zu feiern. Er sieht sich selbst als Vorbild für andere Sänger und möchte damit seine Leidenschaft und sein Engagement für den Chorgesang demonstrieren.

Werner war auch lange Zeit aktiv in der Jugendarbeit und wurde während seiner Zeit als Jugendleiter sogar in das Parlament gewählt. Er betont die Bedeutung des Engagements in der Jugend und sieht darin einen möglichen Weg zu größeren öffentlichen Rollen und Verantwortungen.

Sein musikalisches Talent erstreckte sich auch auf seine Zeit an der Hochschule in Piet Retief, wo er in einem Quartett Bass sang. Zusammen mit anderen talentierten Sängern trat er regelmäßig auf. An der Universität bildete er ein Trio und leitete später eine „Serenade Gruppe“, die abends Lieder für Damen sang. Diese Erfahrungen prägten nicht nur sein musikalisches Können, sondern auch seine Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen und Freude zu verbreiten.

Zusätzlich zur Praxis erhielt Werner formellen Gesangsunterricht, den er jedoch nach fünf Klassen beendete, da er seine Zukunft nicht als professioneller Sänger sah. Inspiriert wurde er unter anderem durch das Gedicht „Der Sänger“, das die natürliche und belohnende Art des Singens beschreibt.

Ein besonderes musikalisches Erlebnis teilte Werner bezüglich des Liedes „Tief im Keller“, das er während eines Besuchs im Hofbräuhaus in München mit seiner Frau Heidi hörte. Das Lied und die Atmosphäre dort hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Werner Böhmer ist ein Beispiel dafür, wie tief die Liebe zur Musik gehen kann, selbst wenn man nicht aus einer musikalischen Familie stammt. Sein Lebenswerk zeigt, dass Musik eine universelle Sprache ist, die Gemeinschaft fördert, Menschen inspiriert und das Leben bereichert.