Louis Seite – Das Reich Gottes muss wachsen

Louis Seite – Das Reich Gottes muss wachsen. Auf einer Landstraße vor London kam einst ein junger Mann gegangen und wollte zur Stadt.

Ein Herr gesellte sich von ungefähr zu ihm und sagte ihm im Laufe des Gespräches:

„Weißt du, dass heute Missionsfest in London ist?“
-“Missionsfest?“- sagte der – “Was ist denn das?“ „Nun, das Fest, bei welchem den schwarzen Hei-den gepredigt wird.“

-“Ach sagte der Jüngling, „da möchte ich auch hingehen!“

-“Gewiß, du darfst und sollst hinkommen; ich will dir eine Krone geben, und wenn der Klingelbeutel kommt, dann wirfst du sie hinein für die Mission.“
Der junge Mann freute sich und dachte, er werde wohl Neger zu sehen be-kommen, ging zu seiner Mutter und erzählte, was der Herr gesagt. Die Mut-ter gab ihm bösen Rat und sagte:

„Gib die Krone nicht hin; hier hast du einen Pfennig, und wenn der Klingel-beutel kommt, wirf den Pfennig hinein für die Mission.“
Der junge Mann ging hin und drängte sich vor die Versammlung, dicht vor der Kanzel. Die Predigt schilderte das Heidenherz, wie es ohne Gott ist in seiner Welt, in seiner ganzen Blindheit und seinem Jammer. Immer ge-spannter hörte der Jüngling zu und murmelte vor sich hin:

„Das bin ich ja.“
Dann hörte er von Gottes Liebe, die die Elendsten sucht und sein Herz wurde wundersam bewegt. Und eben, da ihm so eng und weit ums Herz ward – da kam der Klingelbeutel – was meint ihr, was er tat? Er rief in die Versamm-lung:

„Mutter, Mutter ich kann nicht anders; die Krone und den Pfennig!“ so tue du auch. Die Krone ist dein Glaube, deine Geduld und dein Gebet, das, was du bist; der Pfennig ist deine Gabe, das, was du hast! Wo Leute sind, die so denken und handeln, da muss das Reich Gottes wachsen…

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