Aus des Pastors Feder

Aus des Pastors Feder – Apg 2,14: „Da trat Petrus auf…, erhob seine Stimme und redete zu ihnen.“

Er war noch ein kleiner Junge, so berichtete er aus der Vergangen-heit von einem Ereignis, welches ihm unvergäßlich bleibt. Zusammen mit seinen Eltern schaute er sich ein Programm im Fernseher an. Ein Mann machte die wunderschönste Musik. Da war ein Tisch vor ihm und auf einem weißen Tischtuch standen verschiedene Weingläser, verschie-den groß und alle unterschiedlich mit Wasser gefüllt. Der Mann tunkte seine Finger ins Wasser und berührte die Gläser. Es erschallte eine wunderschöne Musik. Er kann sich noch gut erinnern, wie er über diese Kunst ins Staunen versetzt wurde.

Die Finger bewegten sehr schnell und gezielt. Es ging so schnell und er – als kleiner Junge – konnte einfach nicht begreifen, wie alles genau funktionierte. Dann fiel sein Blick auf ein kleines Weinglass. Ganz am Rande lag es. Kaum Wasser schien in diesem Glas zu sein. Und er konnte sich erinnern, wie er sich fragte, ob dieser Mann wohl auch das kleine, leere Glass benutzen würde. Ob er auch dieses Glass zum Singen bringen konnte. Es schien außerhalb seiner Reichweite zu sein. Klein und leer und un-benutzt. Doch schließlich streckte sich die Hand des Mannes zu diesem Weinglass und es erschallte der höchster, herrlichster Ton, in diesem ganzen musikalischen Kunstwerk.

Petrus predigt! Welch ein Wunder Gottes!
Natürlich, mag uns das kaum überraschen. Denn wir sind es doch gewohnt, dass Petrus spricht. Schnell ist er da. Eifrig ergreift er das Wort. Unter den Jüngern ist er der einer, der das Wort führt. Der nie ohne Worte steht. Sprachlos zu sein, das passt nicht zu ihm. Auf dem

Berg der Verklärung, wo Jakobus und Johannes in stummer Ehrfurcht verharren, unterbricht Petrus die Stille: „Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich dir drei Hütten bauen“. Auch mitten auf dem See als Jesus plötzlich den Jüngern bei Nacht erscheint, entsteht bei den Jüngern ängstliches Stocken. Doch nicht Petrus! Er fasst den Mut und spricht: „Wenn es du bist, Herr, so befiehl mir zu dir zu kommen auf dem Wasser.“

Doch dann kann er zuletzt sein Mund ebenfalls nicht halten, als er dreimal seinen Herrn verleugnet. Damit schien nicht allein sein Mund, sondern auch sein Herz von jeglichem frommen Gedanken geleert zu sein.

Eigentlich sollte nun solch ein Mund auf ewig gestopft sein. Entgü-ltig durch Scheitern zum Schweigen gebracht. Doch hier plötzlich steht Petrus auf. Er erhebt sich und verkündigt Christus.

Da erkennst du bei verschiedene Gelegenheiten, jetzt müsste ich eigentlich aufstehen: In deinem Amt als Patenokel oder Patentate, die Gelegenheit könnte nicht besser sein. In der Jugendgruppe alle schmunzeln, lachen und schweigen dann nach einem schmutzigen Witz, jetzt ist die Gelegenheit etwas zu sagen. Du besuchst jemand beim Hospital vor der Operation und zum Schluss ergibt sich die Möglichkeit zu einem Gebet. Du rufst ein Freund an, fünf Wochen na-chdem dieser seine Frau verloren hatte, und nach langem Reden über dies und jenes entsteht eine Stille, die durch ein schlichtes Wort des Evangeliums gefüllt werden könnte. Der richtige Moment mit dem Arbeiter auf der Farm, oder mit der Hilfe in der Küche über Christus zu reden ergibt sich. Nach dem Abendbrot, wo die Gäste sich gerade noch ein Glas Wein eingeschenkt haben, siehst du die Bibel und das Andachtsbuch auf dem Side-Unit.

Komm und entdecke diesen Moment, der durch allein diesen Vers entsteht: Da trat Petrus auf … erhob seine Stimme und redete. Damit hat Gott ein Wort für dich.

Wir erkennen, tief drin, steckt die Angst aufzustehen und das Evangelium von Jesus Christus zu verkündigen. Nicht allein einem Fremden gegenüber, selbst Gemeindeglieder gegenüber. Da schrecken wir zurück. Und dass ist ganz selbstverständlich und natürlich. Denn Tief im Innern erkennen wir, wie durch unsere Vergangenheit und Gegenwart eigentlich uns der Mund gestopft sein sollte. Entgültig durch Scheitern zum Schweigen gebracht.
Denn wer bin ich schon!?

Du hast drei Kinder und scheinst vom Glück regelrecht überschüttet zu sein – und du willst etwas sagen zu dem Ehepaar, dass keine Kinder bekommen kann? Du bist geschieden – und du willst etwas über die Liebe Christi sagen? Du bist ein Arbeitsgeber, der viel-fach ein strenges Wort führt – und du möchtest über die Kirche sprechen? Du mit deiner Vergangenheit willst etwas über Vergeben und Vergessen sagen?

Doch Jesus Christus durch den Heiligen Geist bringt Petrus zum Reden. Und jedes Mal, wenn einer aufsteht und über das Evangelium von Jesus Christus spricht, dann ereignet sich eben solch ein Wunder Gottes.

Das entdecke, wenn einer plötzlich aufsteht und Christus bekennt. Das nehme erstaunt war, wenn du plötzlich bei einer Tankstelle, an der Kasse, beim Zweigebrennen, bei der Hochschule, beim Braai das Wort von Christus aus deinem Mund sprechen hörst.Gott in seinem Sohn Jesus Christus in der Kraft des Heiligen Geistes kann irgendeinem Gefäß zum Musizieren bringen. Du bist nicht zu klein, zu gering, zu dumm, zu alt, zu jung, als das Christus dich in seinem Kunstwerk zur herrlichen Musik mit anstimmen lässt.

Auch wenn du manchmal fühlst, da stehe ich am Rande, da habe ich nichts, da bin ich nichts. Für Jesus Christus bist du nicht aus der Reichweite. Jesus von Nazareth hat sein Leben für dich am Kreuz dahingegeben. Gott hat ihn von den Toten auferweckt.

Dieser Christus sitzt zur Rechten Gottes und sendet seinen Heiligen Geist in diese Welt. Und durch seine Hand berührt entsteht ein musikalisches Meisterwerk. Das Evangelium von Jesus Christus erschallt in alle Welt und nimmt Her-zen gefangen, die Aufstehen und Gottes große Taten preisen.

Euer
Pastor Helmut Paul

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